female music point 2022

Wochenendworkshops im Oktober

Der Herbst klingt wieder gut! Ihr könnt in unseren bewährten Bandworkshops euren musikalischen Horizont erweitern, euch vernetzen und austauschen und natürlich: eingrooven und ins Spielen kommen.

female music point #1: Von Latin bis Balkan

Los geht es am ersten Oktoberwochenende mit Musik aus aller Welt: Freut euch auf Workshops zur Musik Lateinamerikas und der Karibik mit Isabelle Bodenseh, Osteuropäischen Rhythmen mit Kristina van de Sand und Brasilianischen Musiktraditionen mit Elsa Johanna Mohr.

Latin mit Isabelle Bodenseh

Die Musik Lateinamerikas und der Karibik spielt wegen ihrer explosiven Lebensfreude schon immer eine wichtige Rolle in meinem Musikerinnenleben. Das war für mich Grund genug in Cuba über ein Jahr Querflöte, Perkussion, Arrangement und Komposition zu studieren. In diesem Workshop werden wir die Spielweise lateinamerikanischer Musik kennenlernen. Durch gemeinsames Spiel an Perkussionsinstrumenten wie Congas, Bongos, Claves etc., werden wir erst die Rhythmen erkunden und dann anhand ausgewählter Stücke mit der Band proben. Dabei nutzen wir einfache Harmonieschemen, lernen Improvisation und freies Spiel, werden aber auch einen kleinen Einblick in die Jazzharmonielehre haben. Ich gebe sinnvolle Tipps für den Übe-Alltag u.a. zur Fragestellung: “ Wie kann ich mein bereits vorhandenes Überprogramm so abwandeln, dass ich einen Nutzen auch für meine Improvisationsfähigkeiten habe?“, oder: „Wie kann mein Rhythmusgefühl besser werden?“.

Isabelle Bodenseh ist mit ihrer dynamischen und energiegeladenen Ausstrahlung eine der vielseitigsten Flötistinnen der Jazzbranche. Ihr Wurzeln liegen in der Klassik, sie studiert zunächst Orchestermusik in Frankfurt, wendet sich aber schon sehr bald dem Jazz und der lateinamerikanischen Musik zu. Sie reist für ein Jazzquerflötenstudium zu James Newton nach Los Angeles, USA, und erhält im Anschluss daran ein einjähriges DAAD-Stipendium zum Studium afrokubanischer Musik und Latinjazz in Havanna, Cuba. Seit 2002 ist sie als Dozentin für Jazzquerflöte und Bandleitung an den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz tätig. 2017 gründet sie als Bandleaderin JAZZ À LA FLUTE, tourt in über 90 Konzerten mit ihrem Duo und Quartett durch Deutschland und produziert bereits das 4. JAZZ À LA FLUTE Album neben 30 weiteren Studio-Produktionen in diversen Ensembles. 2019 gründet sie nach 25 Jahren Workshop-Erfahrung die JAZZ A LA FLUTE academy, eine Online-Academy für Improvisation, die offen ist für alle Melodieinstrumente und unterrichtet dort das ganze Jahr über Improvisation für gute Amateure und Profis online.

Brasilianische Musik mit Elsa Johanna Mohr

Brasilien ist ein Land voller musikalischer Schätze. Versklavte Menschen aus Afrika brachten ihre Rhythmik und ihre Perkussionsinstrumente mit sich, die sich mit europäischen und indigenen Musikelementen zu verschiedensten Musikrichtungen (beispielsweise Bossa Nova oder Samba) entwickelten. In meinem Workshop möchte ich einige der gängigsten brasilianischen Musikgenres vorstellen. Wir werden zusammen Musik hören und die rhythmischen Besonderheiten auf melodischer und perkussiver Ebene praktisch beim gemeinsamen Musik machen heraus arbeiten. Außerdem werden wir 1-2 Lieder aus dem brasilianischen Musikrepertoire als Vokal Ensemble einstudieren, um auch mit der brasilianischen Sprache in Kontakt zu treten. Der Workshop ist offen für alle Instrumente und Gesang. 

Die Kölner Musikerin Elsa Johanna Mohr studierte zuerst Romanistik mit dem Fokus auf brasilianischer und portugiesischer Literaturwissenschaft, nachdem sie mit 16 bereits ein Jahr in Brasilien gelebt hatte, um dort die Sprache zu lernen. In ihrer Bachelorarbeitarbeit analysierte sie die Rolle der Frau in den Liedern des brasilianischen Musikers Dorival Caymmi. Dies ebnete den Weg in die Welt der Musik. Von 2015 bis 2019 studierte die Musikerin daraufhin Jazzgesang am Institut für Musik in Osnabrück, wo sie auch ihr Trio „LUAH“ gründete (Singer-Songwriter/ Jazz/ Folk/ brasilianische Musik), mit dem sie im März 2022 bereits das zweite Album mit dem Titel „MO VI MENTO“ beim Ladies & Ladys Label veröffentlichte.
https://www.elsajohannamohr.de/

East Meets West mit Kristina Van de Sand

Foto: Patricia Andrade

 

Dieser Workshop richtet sich an alle, die neugierig sind auf Rhythmen und Klänge aus dem östlichen Mittelmeerraum, in Fusion mit unseren ‚westlichen‘ musikalischen Wurzeln. Alle Arten von Instrumenten und Stimmen sind hier herzlich willkommen! Gemeinsam erarbeiten wir traditionelle Lieder aus Osteuropa und der Türkei (z. T. In ‚krummen‘ Taktarten wie dem 7/8-tel Takt) und arrangieren dieses Repertoire für unser Workshop-Ensemble. Dabei geht es nicht um Stilgenauigkeit, sondern um Kreativität, Raum für neue Fusionen und Klangfarben, Improvisation, Groove und schlichtweg Spielfreude beim gemeinsamen Musizieren. Ich freue mich auch über eure Repertoirevorschläge!

Kristina Van de Sand studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim, sowie Jazzvioline an der HMTM Hannover und der ESMAE in Porto, Portugal. Mit Quartett PLUS 1 entwickelte sie interdisziplinäre Konzertformate für die Kölner Philharmonie, das Konzerthaus Berlin und das Herbstgold Festival und spielt als Bühnenmusikerin bei Theaterproduktionen in Deutschland und Portugal. Sie war 2011 und 2019  Preisträgerin des Creole Global Music Awards, mit ihren Ensembles bye bye brasil und FAYA. Seit 2017 pendelt sie zwischen Deutschland und Portugal, wo sie mit Mosaicollective Konzerformate für junges Publikum kreiert, das Orquestra de Cordas de Ajuda (gefördert durch die Gulbenkian Stiftung) leitet und 2021 das Groove String Collective gründete, in Kooperation mit dem Jazzstudiengang der Universidade Lusiada. Während der Pandemie organisierte sie das solidarische online Festival Worldwide Wo+men in Concert (gefördert durch die UNESCO), dessen Fortsetzung 2023 als on-site Festival in Hannover geplant ist.

www.kristinavandesand.de

female music point #2: Jazz and More

Am zweiten Oktoberwochenende dreht sich wieder alles um Jazz! Wirtauchen mit Barbara Jungfer ein in die Welt des Blues, erschaffen frei improvisierte Musik mit Berit Jung oder machen aus weniger mehr mit Jenny Schmitz.

Got the Blues? Mit Barbara Jungfer

Der Blues gehört zur musikalischen Grundausstattung und wurde in seiner Entstehung stark von der Gitarre geprägt. Er ist aber für alle Instrumente nützlich und auch von Anfängerinnen zu meistern. Außerdem ist er vielseitig: Wir erkunden mit der Band z.B. auch Moll-Blues und harmonisch erweiterten Blues (Jazz). Denn damit lässt sich Vieles trainieren: Improvisation, Interaktion, Formsicherheit bis hin zu ungeraden Taktarten. Verschiedene Grooves (Swing, Funk, Boogie Woogie…). Mit dem entsprechenden Know-How sind unserer Fantasie im Bluesland keine Grenzen gesetzt!

Barbara Jungfer studierte an der Hochschule für Musik Köln Jazzgitarre und tourt seit vielen Jahren mit eigenen Projekten auf internationalen Festivals in Deutschland, Italien, Tschechien, Luxemburg, Norwegen, Marokko und Indien.Bisher hat sie drei CDs unter eigenem Namen und mit eigenen Kompositionen veröffentlicht: „Vitamin B3“ (yvp-music, 2001), „Berlin Spirits“ (minor music, 2005), „Going Places“ (phonector, 2008). 2021 erhielt sie den Berlin Jazz- & Blues-Award und wurde Stipendiatin des Musikfonds. Ihre musikalische Vielseitigkeit lebt sie unter anderen auch in der Berlin Big Band, im Helmut Brandt Sextett, im NDR Pops Orchestra und Klaus Doldinger‘s Passport oder bei verschiedenen Theater- und Fernsehproduktionen aus. Ihre Musik ist geprägt von Einflüssen aus Modern Jazz, Weltmusik, Blues und freier Improvisation. Sie lebt seit 2007 in München und ist u.a. gefragte Gitarrenlehrerin und Dozentinauf internationalen Jazzworkshops.

Freie Improvisation/ Instant Composing – mit Berit Jung

Foto: Dovile Sermokas

Thema dieses Workshops ist die freie Improvisation in all ihren Facetten. Hierbei sind alle Instrumente und Stimmen herzlich willkommen. Ziel ist es, den eigenen musikalischen Spielraum zu erweitern. Die Musik, die innerhalb des Workshops entsteht, bezieht die jeweiligen musikalischen Hintergründe der Teilnehmerinnen mit ein. Improvisation ist ein interaktiver und kommunikativer Prozess, basierend auf Gewahrsein und Präsenz,  eher eine Haltung, als eine Stilistik. Wir experimentieren mit Tonmaterial, Klang, Rhythmik, Dynamik, bewegen uns dabei in Strukturen, entwickeln diese aber auch gemeinsam innerhalb der Improvisation. Wir werden viel ausprobieren und Musik hören, um die stilistische Vielfalt innerhalb der improvisierten Musik kennenzulernen.

Berit Jung studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und lebt als freischaffende Kontrabassistin, Komponistin und Songpoetin in Berlin. Musikalisch bewegt sie sich im Spannungsbereich zwischen Jazz, zeitgenössischer Musik, freier Improvisation, Songwriting und Lyrik. Mit ihrem Soloprogramm und als Bassistin verschiedener Bands wie beispielsweise Gleichwiederda, Instrumental Chairs oder Tru Cargo Service tourt sie im In- und Ausland durch zahlreiche Clubs und spielt auf Festivals. Schon frühzeitig begann Berit Jung sich mit Literatur zu beschäftigen und verfasste eigene Texte, Gedichte und Geschichten. Mit ihrem aktuellen Herzensprojekt geht sie solo auf Reisen und verbindet ihre Worte auf eine ihr eigene Art und Weise mit Musik. Sie singt, spricht und begleitet sich, teilweise unterstützt von einer Loopstation, auf dem Kontrabass. Des Weiteren arbeitet sie mit Künstler*innen aus unterschiedlichen Bereichen wie Tanz, Videokunst, Theater und bildender Kunst zusammen.www.beritjung.de

Wie aus weniger mehr wird – mit Jenny Schmitz

Als Schlagzeugerin habe ich vier Trommeln. Als Vibraphonistin siebenunddreißig Platten. Auf jedem Instrument improvisieren wir anders. Es gibt Tonarten, die leichter zu erlernen sind als andere. Typische Linien, die gut liegen und so einfacher in die Finger kommen. Rhythmen, die wir im Blut haben und jene, die verschachtelt und kompliziert sind. Zusammen schauen wir über den Tellerrand: Wieviele Töne brauche ich für ein Solo? Wieviele Tonleitern für eine Form? Und wie spielt eine Schlagzeugerin eigentlich eine Melodie? Anhand von bekannten Stücken und auch Eigenkompositionen entdecken wir Improvisationskonzepte und interpretieren sie neu.

Jennifer Schmitz studierte Jazz-Vibraphon, Drumset und klassisches Schlagwerk an der Musikhochschule Köln. Als Mitglied unterschiedlicher Bands und Ensemblesstellt sie ihre Vielfältigkeit unter Beweis und hat sich so einen festen Namen in der Musikszene gemacht. Konzertreisen führten sie quer durch Deutschland, Frankreich und China.

Meldet euch an! Hier die Details:

Unterrichtszeiten: Samstag und Sonntag, voraussichtlich jeweils 11 – 17 Uhr

Veranstaltungsort: Kulturwerkstatt, Germaniastraße 89, 60389 Frankfurt

Teilnahmegebühren: 160€/ erm. 130€

Eine Kooperation des Frauen Musik Büros und Waggong e.V., Frankfurt

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